Der Gewinn liegt im Einkauf. So lautet eine der ältesten Branchenweisheiten. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der explodierenden Preise auf den Beschaffungsmärkten scheint sie sich zu bewahrheiten. Doch Olaf Glowacz widerspricht. Der Geschäftsführer eines Dienstleisters für Sanitätshäuser, der sich selbst als durchaus „unangepassten“ Menschen bezeichnet, ist überzeugt:
„Der Gewinn liegt nicht im Einkauf. Durch Digitalisierung lassen sich Prozesse verschlanken und Preiserhöhungen in der Beschaffung wegstecken.“
Olaf Glowacz
Leichter gesagt als getan. Denn wie lässt sich dieses Ziel umsetzen? Ein Weg könne die Kooperation mit einem Logistikpartner sein, ist Glowacz überzeugt. Doch von geschätzt knapp 2.000 Betrieben arbeiteten im Reha-Bereich vielleicht 200 mit einem externen Partner zusammen. Dabei lägen die Gründe dafür auf der Hand: Schließlich rechne es sich nicht, wenn in Zeiten des Fachkräftemangels ein qualifizierter Medizinprodukteberater eine Toilettensitzerhöhung anbringe oder einen drei Jahre alten Toilettenstuhl abhole, der vielleicht noch aufbereitet werden könne.
Bei der Bewertung von Prozessen komme es immer auf die Vollkosten und nicht nur auf die Teilkosten an. Man müsse die festen so genannten „Eh-da-Kosten“ im Blick behalten, ansonsten kippe die Rechnung über kurz oder lang ins Minus. Die entscheidende Frage laute immer: „Was hat der Verbraucher von meinen Aktivitäten?“ Dieser Aspekt komme in vielen Fällen zu kurz. „Die Branche beschäftigt sich zu wenig mit den Versicherten.“ Die Vergabe von Tätigkeiten, mit denen sich Sanitätshäuser gegenüber den Versicherten nicht profilieren, an einen externen Dienstleistungspartner macht für Olaf Glowacz daher Sinn. Dabei sei die Aufgabenverteilung klar geregelt:
Die Fortsetzung lesen Sie in der Ausgabe 11/2021 von GesundheitsProfi.