Seit dem 1. September 2022 läuft die stufenweise Einführung des E-Rezepts, zunächst in (Zahn-) Arztpraxen und Krankenhäusern in Westfalen-Lippe und in Zahnarztpraxen und Krankenhäusern in Schleswig-Holstein. „Westfalen-Lippe geht mit großem Engagement voran. Ich danke der Kassenärztlichen Vereinigung und allen Beteiligten für ihren Einsatz als E-Rezept-Vorreiter“, so Gematik-Geschäftsführer Dr. Markus Leyck Dieken.
Die App sei für das Einlösen von E-Rezepten der Königsweg, betont Leyck Dieken. Sie biete klare Vorteile: Rezepte aufs Smartphone, nach Videosprechstunde direkt empfangen, schnelle und wettbewerbsneutrale Apothekensuche und Medikamenten-Bestellung. Damit mehr Versicherte die App nutzen können, sollten nun stärker die Zugangsmöglichkeiten in den Fokus rücken. „Hier müssen wir Hürden abbauen, zwischen Datenschutz und Datensicherheit abwägen und praktikable Lösungen finden“, stellt Leyck Dieken klar. Das forderten auch diejenigen, die die App bereits ausprobiert haben und z. B. über die Rezensionen in den App-Stores Feedback geben.
Um die App auf dem Smartphone nutzen zu können, benötigen Versicherte von ihrer Krankenkasse eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) mit NFC-Funktion und die dazugehörige PIN sowie ein NFC-fähiges Smartphone. Mittlerweile haben mehr als 60 Prozent der gesetzlich Versicherten die neuste eGK-Version, Tendenz steigend. Denn die eGK wird automatisch alle fünf Jahre ausgetauscht und den Versicherten direkt zugeschickt. Die PIN, um sich für die App zu authentifizieren, haben erst weniger als 1 Prozent der Versicherten. Die PIN kann bei den Krankenkassen bestellt werden; ausgegeben werden darf sie erst nach Identifikation des Versicherten.
Bisher wurden nach Angaben der Gematik 277.743 E-Rezepte eingelöst, 12.424 Apotheken in Deutschland können E-Rezepte annehmen.