„Orthesen im Sport – brauchen wir sie?“ Mit dieser Frage setzen sich die Referenten der zweiten Session am Tag der Technischen Orthopädie (TTO) im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) am 25. und 26. Oktober 2023 in Berlin auseinander. Der Vorsitz lag in den Händen von von Univ.-Prof. Dr. med. habil. Wolfram Mittelmeier, Klinikdirektor der orthopädischen Klinik und Poliklinik in Rostock, und Prof. Greitemann, Ärztlicher Direktor der Klinik Münsterland am RehaKlinikum Bad Rothenfelde.
Technodoping durch Orthesen oder Einlagen – möglich? Dieser Frage ging PD Dr. Casper Grim, Klinikum Osnabrück, nach. Seine klare Antwort: „Ja, das funktioniert. Bei gleicher Intensität können sie mit dem Ein- oder Anbau eines Hilfsmittels oder einer Sohlenmodifikation eine verbesserte Laufökonomie erzielen, also schneller oder länger laufen.“ Im Spitzensport liegen etwa die Verbesserung durch neue Schäume in der Zwischensohle und eine Carbonplatte im Schuh eines Sportschuhherstellers für Spitzensportler bei 2,7 bis 4,2 Prozent. „Warum hat die Orthopädieschuhtechnik das nicht erfunden?“, fragt Casper Grim. „Wir brauchen dennoch einen differenzierten Blick. Haben wir einen Spitzensportler vor uns oder nicht? Erzielen wir einen positiven oder doch eher einen negativen Effekt?“ Denn auch das sei möglich.