67 Prozent informieren sich demnach per App über die neuesten Erkenntnisse in ihrem Fachgebiet. 2020 waren es noch 57 Prozent. Nach Fachmagazinen (69 Prozent) sind die Apps damit die zweitwichtigste Informationsquelle in der täglichen Praxis der Mediziner. Das hat der „Digital Doctor Survey“ im Auftrag des Digital Health-Unternehmens Mediately unter 6.800 europäischen Medizinern aus neun Ländern ergeben. Mediately will nach eigenen Angaben Arzneimittelinformationen und medizinische Leitlinien einfach aufbereitet zur Verfügung stellen und Ärzte mit digitalen Tools unterstützen.
In Deutschland haben Fachmedien und Lehrbücher mehr Einfluss als bei den europäischen Nachbarn: Knapp drei Viertel der deutschen Befragten geben Fachmagazine als wichtigste Informationsquelle an. 62 Prozent der deutschen Ärztinnen und Ärzte bevorzugen Lehrbücher. Medizinische Apps sind immerhin für mehr als die Hälfte (59 Prozent) in der täglichen Praxis relevant.
Knapp zwei Drittel der europäischen Ärzte geben an, dass sich ihre Einstellung zur Digitalisierung durch die Corona-Pandemie verbessert hat. Die Mehrheit der Befragten (93 Prozent) sieht den größten Vorteil der Digitalisierung im leichteren Zugang zu medizinischer Weiterbildung und Informationen. Die Kommunikation mit Kollegen (34 Prozent) und die Interaktion mit Patienten (27 Prozent) folgen mit Abstand. Deutsche Mediziner sind etwas zurückhaltender: Durch die Erfahrung der vergangenen drei Jahre ist nur etwa die Hälfte optimistischer gestimmt, wenn es um digitale Themen geht.