Ob in Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Sanitätshäusern oder Praxen für Physio- und Ergotherapie: Abrechnungsbetrug gibt es in allen Leistungsfeldern des Gesundheitssystems, teilt die KKH mit. Im vergangenen Jahr erhielt die Prüfgruppe Abrechnungsmanipulation der KKH Kaufmännische Krankenkasse nach eigenen Angaben bundesweit 468 neue Hinweise und damit 100 mehr als 2021.
Pflegedienste belegen mit 139 Fällen in 2022 erneut den ersten Platz. Eine Verdoppelung und damit die stärkste Zunahme an Hinweisen verzeichnet die KKH bei Krankengymnastik- und Physiotherapiepraxen. Sie landen mit 101 neu gemeldeten Fällen auf der zweiten Position, gefolgt von Pflegeheimen mit 77 Hinweisen. Sanitätsfachhändler und Orthopädietechniker spielen mit 16 Fällen eine untergeordnete Rolle.
Das Ermittlerteam der KKH konnte im dritten Corona-Jahr aus vergangenen Betrugsfällen mehr als 1,2 Mio. Euro zurückholen. Damit konnte erstmals die 1-Million-Euro-Grenze bei den Geldeingängen überschritten werden. Der durch bewusste Falschabrechnung allein bei der KKH verursachte Gesamtschaden betrug in 2022 ebenfalls mehr als eine Million Euro. Die höchste Schadenssumme hiervon mit rund 428.800 Euro verursachten Krankengymnasten- und Physiotherapiepraxen, gefolgt von Zahnärztinnen und -ärzten (rund 122.900 Euro) und Pflegeheimen (rund 116.880 Euro).