Die Diskussion rund um die Versorgungsqualität in der Homecare-Versorgung dreht sich traditionell eher um Fragen der Strukturqualität. Dazu gehören z. B. die Anzahl der vom Leistungserbringer einzusetzenden, speziell fortgebildeten Stomatherapeuten, die telefonische Erreichbarkeit oder das Angebot einer Videoberatung. Diese Parameter finden sich auch regel- mäßig in den Versorgungsverträgen der Krankenkassen wieder. Ergebnisqualität hingegen wird bei Erfüllung der Strukturparameter nicht weiter hinterfragt, geschweige denn konkret gefordert, beschrieben oder vereinbart.
Der Nutzen der Homecare-Versorgung für Patienten und das Gesundheitssystem insgesamt wird zwar regelmäßig „beschworen“ und liegt – zumindest aus Sicht der Branche und der Patienten – auf der Hand. Jedoch mangelt es an konkreter Evidenz und Behandlungsleitlinien. Das kann daran liegen, dass Homecare im SGB V nicht definiert bzw. geregelt und so auch nicht Gegenstand der Versorgungsforschung ist. Ein weiterer Aspekt ist die Unüberschaubarkeit und Vielzahl der präqualifizierten Leistungserbringer. Während Krankenkassen regelmäßig von einem homogenen Angebot aller beigetretenen Leistungserbringer in einem Versorgungsvertrag ausgehen, lassen die Verträge jedoch sehr unterschiedliche Ausrichtungen und Geschäftsmodelle zu, die am Ende dennoch gleich vergütet werden. Spezialisierte und/oder lokale Anbieter legen häufig großen Wert darauf, die Patienten im Sinne einer hohen Versorgungsqualität von Beginn an aktiv aus dem Krankenhaus in die Häuslichkeit überzuleiten. Dafür gehen sie regelmäßig die erforderlichen Kooperationen mit Krankenhäusern ein. Das entlastet Kliniken ebenso wie das Gesamtsystem. Anerkanntermaßen verursacht diese frühe Phase der Versorgung nach der Stoma-Anlage den höchsten Betreuungsaufwand und hohe Kosten für den Nachversorger. Gleichzeitig werden hier die Weichen für den weiteren Verlauf der Versorgung bzgl. Komplikationen, Folgeerkrankungen und -kosten sowie die erfolgreiche Wiedererlangung einer akzeptablen Lebensqualität gestellt.
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Zentrale Aussagen des Beitrags in Kürze
- Homecare-Verträge lassen aktuell sehr unterschiedliche Ausrichtungen und Geschäfts- modelle zu, die am Ende dennoch gleich vergütet werden.
- Spezialisierung erhöht die Versorgungqualität betreuungsintensiver Patienten. Höhere Kosten führen zu Wettbewerbsnachteilen.
- Monitoringprogramme können Rehospitalisierungen verhindern und helfen, Komorbiditäten früher zu erkennen.
- Erste Kostenträger wie die GWG Serviceplus AG honorieren Personalized Care-Ansätze.